Testament. Erbvertrag.
Notarkosten. Hinterlegung.

Inhalt

Notarielle Testamentsgestaltung:
Hinweise und Notarkosten

Testament, Erbvertrag, Pflichtteil

Regeln Sie Ihren Nachlass

Mit einem notariellen Testament oder Erbvertrag beugen Sie Streit über Ihren Nachlass vor und stellen sicher, dass auch nach Ihrem Ableben alles nach Ihren Wünschen und Vorstellungen verläuft.

4 gute Gründe, die für ein notarielles Testament oder Erbvertrag sprechen:

  1. Feststellung der Geschäfts- bzw. Testierfähigkeit – Als Notare sind wir verpflichtet, unsere Wahrnehmungen über die erforderliche Geschäfts- bzw. Testierfähigkeit des Erblassers in der Urkunde zu vermerken.
  2. Amtliche Registrierung und Verwahrung – Das notarielle Testament wird beim Zentralen Testamentsregister registriert und unverzüglich in die besondere amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht verbracht. Dadurch ist sichergestellt, dass das Testament im Erbfall aufgefunden und vom Nachlassgericht eröffnet wird.
  3. Größerer Gestaltungsspielraum – Vor einem Notar kann statt eines Testamentes auch ein Erbvertrag geschlossen werden. Ein wesentlicher Unterschied z. B. zum gemeinschaftlichen (Ehegatten-) Testament besteht darin, dass der Erbvertrag nicht nur zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern geschlossen werden kann, sondern auch die Einbindung weiterer Personen ermöglicht, insbesondere also den Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft (wilde Ehe) oder der Kinder. Der Erbvertrag erlaubt zudem die Verbindung erbrechtlicher Verfügungen mit anderen Abreden (z. B. einem Ehevertrag, oder der lebzeitigen Verpflegung und Pflege des Erblassers). Der Erbvertrag eröffnet so einen größeren Gestaltungsspielraum.
  4. Ersparnis von Folgekosten – Wer sein Testament handschriftlich verfasst, spart zwar die Notarkosten für die Beurkundung des Testamentes oder Erbvertrages. Doch in der Regel werden die Kosten nur auf die Erben verlagert, die oftmals einen gebührenpflichtigen und zeitaufwendigen Erbschein beantragen müssen. Das notarielle Testament macht die Erteilung eines Erbscheins in der Regel entbehrlich. Zur Berichtigung des Grundbuchs oder als Legitimationsnachweis gegenüber einer Bank genügt üblicherweise die Vorlage des notariellen Testaments nebst Eröffnungsniederschrift des Nachlassgerichtes.

A. Die gesetzliche Erbfolge als Ausgangspunkt aller Überlegungen

Wenn kein Testament oder Erbvertrag errichtet wurde, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist deshalb die Frage: Wie wäre denn die gesetzliche Erbfolge?

Zunächst klären wir deshalb mit Ihnen, von wem Sie nach der gesetzlichen Erbfolge beerbt würden. Wenn Sie mit der gesetzlichen Erbfolge nicht zufrieden sind, sollten Sie ein Testament errichten.

B. Einseitiges Testament, Berliner Testament, Erbvertrag – Was sind die Unterschiede?

Je nachdem, in welcher Lebensphase Sie sich befinden, wird ein Einzeltestament, das sich schnell und einfach ändern lässt, oder ein gemeinschaftliches Ehegattentestament mit wechselseitiger Erbeinsetzung (Berliner Testament) und mit einer gewissen Bindungswirkung oder ein Erbvertrag das richtige Instrument sein, um Ihren letzten Willen festzulegen.

  1. Einzeltestament. – Die einseitige Verfügung von Todes wegen, also das klassische Testament einer einzelnen Person, kann jederzeit frei widerrufen werden. Es kann entweder vollständig handschriftlich errichtet werden oder unter Beiziehung eines Notars.
  2. Gemeinschaftliches Ehegattentestament. Es kann nur von Ehegatten verfasst werden und steht „nur“ in wilder Ehe zusammenlebenden Partnern nicht zur Verfügung. Änderungen können nur gemeinsam vorgenommen werden. Will sich ein Ehegatte einseitig von dem gemeinschaftlichen letzten Willen lösen, muss der Widerruf des Testamentes in notarieller Form erklärt und dem anderen zugestellt werden. Mit dem ersten Todesfall werden wechselbezügliche Verfügungen bindend, d. h. sie können danach nicht mehr widerrufen werden, es sei denn, dass der längerlebende Ehegatte das Erbe ausschlägt oder das Testament eine spätere einseitige Änderung ausdrücklich zulässt.
  3. Berliner Testament. Hierbei handelt es sich um eine weit verbreitete Ausgestaltung eines gemeinschaftlichen Ehegattentestamentes, bei dem sich die Ehegatten zur Versorgung des längerlebenden Partners wechselseitig zu Alleinerben einsetzen und – oftmals – die gemeinsamen Kinder erst zu Schlusserben des längerlebenden Ehegatten bestimmen.
  4. Erbvertrag. Die Vertragsform wird z. B. gewählt, wenn Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gegenseitige, erbrechtlich bindende Erklärungen, ähnlich wie die in einem gemeinschaftlichen Testament, abgeben wollen. Über den Erbvertrag können zudem z. B. Pflegenden oder anderen helfenden Personen erbrechtliche Zuwendungen verbindlich zugesichert werden. Neben der Festlegung von Rechten und Pflichten kann zugleich vereinbart werden, was passiert, wenn die Verpflichtungen (Pflegeleistungen) nicht erfüllt werden.
  5. Lebzeitige Verfügungen. Neben letztwillige Verfügungen von Todes wegen können stets auch Schenkungen und Vermögensübertragungen schon zu Lebzeiten in den Blick genommen werden, insbesondere um Steuerfreibeträge optimal auszunutzen.

C. Mit welchen Notarkosten ist zu rechnen?

Sie können ein wirksames Testament auch ohne notarielle Begleitung und ohne vorhergehende Beratung durch einen Notar errichten. Wichtig hierbei ist, die richtige Form zu wahren: Gemäß § 2247 BGB kann „ein Testament durch eine eigenhändig (also vollständig handschriftlich !) geschriebene und unterschriebene Erklärung“ errichtet werden. Diese Variante der Testamentserrichtung ist frei von Kosten.

Haben Sie sich aber für die Beratung und die Beurkundung durch einen Notar entschieden, sind die von dem Notar zu erhebenden Gebühren gesetzlich festgelegt und berechnen sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Die Kosten eines Testamentes oder Erbvertrages, mit dem beispielsweise über den ganzen Nachlass verfügt wird, richten sich nach dem Wert Ihres Vermögens; etwaige Verbindlichkeiten werden abgezogen, jedoch nur bis zur Hälfte des Werts Ihres Vermögens (Reinvermögen i.S. von §102 GNotKG).

Vereinfachte Beispielberechnung* der (ca.-) Notarkosten eines (Einzel-) Testamentes :

 Reinvermögen50.000 €500.000 €
Entwurf und Beurkundung des Testamentes165,00 €935,00 €
Ausdrucke/Kopien/Scans (geschätzt)10,00 €10,00 €
Post- und Telekommunikation (pauschal)20,00 €20,00 €
Gesamt (netto)195,00 €965,00 €

Zum Vergleich: Würde nur ein privatschriftliches Testament errichtet werden, so würden im Todesfall bei einem Geschäftswert von 50.000 € zwei Gebühren beim Nachlassgericht für die Beantragung und die Erteilung des Erbscheins in Höhe von jeweils 165,00 € anfallen, den das notarielle Testament ersetzen kann. Der Notar kann also bis zu 50% der sonst anfallenden Kosten sparen.

Weitere vereinfachte Beispielberechnung* der (ca.-) Notarkosten eines gemeinschaftlichen (Ehegatten-)Testamentes oder Erbvertrages :

Reinvermögen50.000 €500.000 €
Entwurf und Beurkundung des Testamentes330,00 €1.870,00 €
Ausdrucke/Kopien/Scans (geschätzt)10,00 €10,00 €
Post- und Telekommunikation (pauschal)20,00 €20,00 €
Gesamt (netto)360,00 €1.900,00 €

* Die Notar- und Gerichtskosten ergeben sich aus dem Gesetz und sind für den Notar zwingend. Er darf weder mehr noch weniger als die gesetzlichen Gebühren verlangen. Soweit hier eine vereinfachte Kostenaufstellung bereitgestellt wird, dient dies allein der ersten Information, über die zu erwartende Höhe der Kosten. Die tatsächliche Höhe ist immer vom Einzelfall abhängig.